Friends & Family

26.11.2018

Mit Familien ist das so eine Sache. Man wird nicht gefragt, ob man dazugehören will. Freunde kann man sich bekanntlich aussuchen. Familienunternehmen, vom Bäckerladen bis zum Konzern, müssen sich in diesem Umfeld irgendwie zurechtfinden.

In der Sozialwirtschaft gibt es (fast) keine Familienunternehmen. Deshalb ist es ratsam, eine klare Linie zwischen der privaten und der geschäftlichen Sphäre zu ziehen. Das gilt für Familie und für Freunde.

Ganz korrekte Vorstände legen ihrem Aufsichtsgremium jährlich eine Liste der persönlichen Verknüpfungen und Beziehungen vor. Das sollten auch Aufsichtsräte tun. Verknüpfungen gibt es überall. Entscheidend ist die Frage, ob sie geheim sind oder offengelegt werden. Es ist nicht gut, wenn ausgerechnet in der Organisation, die der Vater als Vorstand oder Aufsichtsrat verantwortet, auch seine Kinder ausgebildet oder beschäftigt werden. Das mag für die Nachgeborenen manchmal lästig sein und es kann die Karriere am Anfang bremsen. Aber unbefangen und frei lebt es sich leichter.


Prof. Martin Beck aus der Reihe "Aufsicht vs. Führung" / SOZIALwirtschaft aktuell 17/18